Sebastian Dietrich Sebastian Dietrich

Ein HR-Realitätscheck

Stellen Sie sich vor, Sie sind CEO eines schnell wachsenden Scale-ups. Ihr Pitch-Deck glänzt mit Begriffen wie „Disruption“, „Impact“ und „Purpose“. Doch dann, bei der nächsten Team-Besprechung, werfen Sie einen Blick auf die Gesichter Ihrer Mitarbeiter:innen und plötzlich dämmert es Ihnen:

Purpose zahlt keine Miete

Ja, wir alle lieben die Vorstellung, dass Arbeit sinnstiftend sein muss. Doch zwischen Slides und Decks und Sheets und dem täglichen Kampf gegen Deadlines, kaputte Kaffeemaschinen und Excel-Chaos liegt eine tiefe Kluft. Psychologen Ein HR-Realitätscheck für Startup- und Scale-up-CEO sogar: Zu viel Fokus auf Sinnsuche im Job kann krank machen; besonders, wenn die Realität eher an „The Office“ als an einen TED-Talk erinnert

Mein Lieblingszitat eines Gründers:

„Unser Purpose ist gerade Geld verdienen mit Haltung und Anspruch.“ Und ehrlich gesagt, das ist schon mal ein guter Anfang dir ein Unternehmen.

Wenn Mitarbeiter:innen (manchmal) einfach nur das Geld wollen

Natürlich ist es schön, wenn alle morgens mit einem Lächeln ins Büro kommen, weil sie die Welt verändern. Aber mal im Ernst: Viel arbeiten auch, um Rechnungen zu bezahlen, den nächsten Urlaub zu finanzieren oder einfach, um nicht wieder bei den Eltern einziehen zu müssen. Und das ist in vielen Jobs völlig in Ordnung.

Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht zwischen Purpose und Pragmatismus entscheiden. Die besten Scale-ups schaffen es, beides zu verbinden. Wie?

  • Klare Ziele setzen (und zugeben: „Ja, dieses Quartal geht es erstmal um Umsatz, aber wir bauen dabei etwas auf!“)

  • Transparenz leben, auch bei unangenehmen Themen wie Gehältern oder Workload. Nichts demotiviert mehr, als das Gefühl, im Dunkeln zu tappen.

  • Kleine Erfolge feiern, denn Purpose entsteht oft im Detail: ein zufriedener Kunde, ein gelöstes Problem, ein Team, das zusammenhält – selbst wenn die Kaffeemaschine wieder kaputt ist.

Die Lotto-Lektion für CEOs

Die Frage „Warum spielt jeder Lotto?“ hat eine einfache Antwort: Weil wir alle hoffen, irgendwann nicht mehr arbeiten zu müssen oder zumindest die Freiheit zu haben, das zu tun, was uns wirklich erfüllt.

Als CEO können Sie Ihrem Team genau das bieten: eine Mischung aus Sinn, Struktur und der Gewissheit, dass ihre Arbeit sie ihren Zielen näherbringt (ob das nun Weltherrschaft oder einfach ein entspannter Feierabend ist).

Mein Rat: Hören Sie auf, sich schuldig zu fühlen, wenn nicht jeder Tag im Büro wie ein Motivationsvortrag anfühlt. Stattdessen: Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Purpose und Pragmatismus koexistieren und in dem Ihre Leute am Ende des Tages sagen können:

„Okay, heute war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Und morgen spiele ich trotzdem Lotto.“

Und bei Ihnen?

  • Wie balancieren Sie Purpose und Realität in Ihrem Scale-up?

  • Oder noch besser: Wann haben Sie das letzte Mal Lotto gespielt? (Ich verspreche, ich verrate es niemandem.)

Ich freue mich auf Ihre Gedanken – und darauf, wie wir gemeinsam HR-Strategien entwickeln können, die Ihr Team wirklich motivieren. (Spoiler: Es muss nicht immer der große Sinn sein. Manchmal reichen ein gutes Gehalt und ein Chef, der nicht bei jeder Krise in Panik verfällt.)

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